Der Koch und die Marmelade

Ich bin Koch, wollte es auch schon immer werden. Als die anderen Kinder in der Sonne spielten, saß ich in der warmen Küche meiner Großmutter und sah zu, wie sie, den Salatkopf, Blatt für Blatt auseinandernahm , wusch und dann mit einer schnellen Bewegung den Strunk rausriss. Das wollte ich auch machen. Also begann ich zu kochen. Zuerst dies und jenes, kleine Gerichte, zum Beispiel Armer Ritter. Je älter ich wurde desto mehr traute ich mir zu, auch wenn die anderen lachten. Heute, lachen sie nicht mehr, ich bin berühmt geworden. Meine Produkte stehen in allen Regalen. Besonders auf meine Erdbeermarmelade bin ich stolz.

Ach wie gern erinnere ich mich daran, als ich sie zum ersten Mal kochte. Sechs Kilo Erdbeeren, unterschiedlicher Herkunft, schadete aber nicht dem Geschmack, frisch vom Markt, na ja einige hatten ein paar Dellen, aber die hab ich gleich rausgeschnitten oder sofort weggeworfen. Jede ein Einzelstück, von der kleinen, knallroten bis zur großen, etwas heller im rot, jedoch leicht eingefallen an den Seiten war alles dabei, wie das duftete. Das Waschen war eine Prozedur für sich. Einige schienen sich förmlich zu sträuben, immer wollten sie mir entwischen. Doch am Ende lagen sie adrett gewaschen, das Grünzeug per Skalpell entfernt in Zehnerreihen vor mit. „Man muss immer den Überblick behalten“, hat Oma gesagt und die musste es wissen. Die sechs Beutel Gelierzucker 1:1, standen dahinter, nebeneinander alle mit der Aufschrift nach vorne. Dann kam der Mixer. Ach bin ich heute noch froh, dass dieser erfunden wurde. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte die sechs Kilo Erdbeeren mit der flotten Lotte oder dem Fleischwolf durchdrehen müssen, ne lieber nicht. Es war schon anstrengend genug die Fruchtmasse danach noch durch ein engmaschiges Sieb zu streichen. Kein Samenkörnchen oder Hautfitzelchen, dass die Schneidemesser des Mixers überlebt hatte, sollte die samtige Konsistenz stören. Zusammen mit dem Zucker habe ich die Paste in den angewärmten Topf geschüttet und immer wieder, in kräftigen Zügen, durchrührt. Zuckerklumpen in der Marmelade gehen gar nicht. Ich weiß nicht mehr genau wie lange ich sie geköchelt habe, aber bestimmt länger als im Rezept angegeben, zu sehen wie sie sich verdichtete gefiel mir. Das zähe rinnen der Masse in die Gläser faszinierte mich, ich genoss den Anblick, bis das letzte Glas gefüllt und fest verschlossen war.

Bevor ich meine Marmelade ohne störende Samen und Haut oder ganze Frucht auf den Markt gebracht habe, blieb dem einen oder anderen Mal was im Hals stecken, das geht jetzt nicht mehr. Mein Verdienst. Sogar die Konkurrenz dankt mir. Sie arbeiten nach meinem Rezept, sicher würzt der eine mit Chili oder gibt dem ganzen eine Schokoladennote, aber es ist immer noch mein Rezept. Jeden Tag schmiert sich irgendwo einer sein Brot mit deutscher Markenbutter und meiner Marmelade, egal von wem. Es gibt noch einige die sich weigern meine Marmelade zu kaufen, doch, die Zeit ist auf meiner Seite, sie werden vergessen dass es jemals Marmelade mit Stücken und Samen gab, sie werden vergessen.

Grau ist tot

Schwarz umrandet stehen drei Worte über einem Namen und zwei Daten. Grau ist tot. Einfach umgekippt soll er sein, sagt man. Vom Leben gebeugt, buckelig war er, doch immer lächelnd. Meist, sah man ihn nicht.  Die Wände der Häuser, genauso grau wie er, boten ihm Schutz. Er fiel nur dann auf, wenn er, wie jeden Tag vor der Eiche auf der Parkbank saß, die an ihm vorbeieilenden grüßte und nachdenklich um sich sah. Welten waren hinter seiner grauen Hülle verborgen, so bunt und farbenfroh, dass sie nicht passten in das grau um ihn herum. Sein Platz vor der Eiche ist leer und doch dreht ein jeder, der an ihr vorbei geht seinen Kopf zur Seite und sucht Grau.

Der Weg

Er ist nicht gerade,

windet sich,

macht manchmal eine Schleife.

Mit andren Wegen kreuzt er sich,

bleibt jedoch der gleiche.

Der vor einem liegenden Teil,

liegt außerhalb der Sicht.

Nur ganz weit in der Ferne,

ein kleines, helles Licht.

Kleine Gedanken die benannt werden wollen

Väter sind die stille Ozeane im Leben ihrer Töchter, selbst wenn es unter der Oberfläche turbulent zugeht, tragen sie diese doch immer sicher.

 

Kinder haben das Wissen der Welt in sich, welches wir ständig suchen.

 

Die Liebe ist die größte Kraft auf Erden, sie kann Berge versetzen wenn man sie lebt und Schluchten aufreißen wenn man sie dem Geliebten nicht zeigen kann.

 

Unsre Familie sind jene Menschen die wir lieben, Papiere und Gene sind nicht entscheidend.

 

Der Verlust von allem Materiellen ist zu ertragen, wenn die Geliebten dir zur Seite stehen.